Bequem sitzen

Die Hersteller von Wohnmobil oder Wohnwagen verarbeiten in der Regel bei den Sitzpolstern PUR-Schaumstoffblöcke. Da die Polsterung von möglichst vielen Camper als angenehm empfunden werden sollen, wird ein mittelharter Schaumstoff gewählt. Die Schaumstoffwerte, die dabei meistens angegeben werden, stehen für Raumgewicht und Stauchhärte. Bei einer Angabe von 40/55 bedeutet der erste Wert ein Raumgewicht von 40 kg/m3. Das heißt ein Schaumstoffblock mit einer Größe von 1x1x1m=1 m3, wiegt demnach 40 Kilogramm. Unter Stauchhärte versteht man den physikalisch auf eine Fläche in Quadratmetern (m2) wirkenden Druck in Pascal (Pa), der nach DIN 53 577 notwendig ist, um den Schaum um 40% zusammenzudrücken. Die ideale Kombination von Raumgewicht und Stauchhärte variiert natürlich nach Einsatzzweck und Höhe. Je höher das Material umso fester wird dies. Wer seine Polster nur zum Sitzen verwendet ist in der Regel mit einem Raumgewicht von 40 kg/m3 gut beraten. Wichtig ist hier, einmal auf dem Schaumstoff Probe zu sitzen, denn das gleiche Raumgewicht wird je nach Eigengewicht unterschiedlich wahrgenommen.

… oder Sitzen und Schlafen

Soll die Sitzgruppe auch zum Schlafen verwendet werden, raten professionelle Ausstatter von Freizeitfahrzeugen wie „Die Polstermacher“ zu einem Wendepolster. Hier wird ein Sandwich aus zwei verschiedenen Schaumstoffteilen verwendet. Eine Seite besteht aus einem PUR-Heißschaum zum komfortablen Sitzen und auf der „Schlafseite“ aus einem flexiblen Kaltschaum. Das Sandwich zeigt bei gleichem Schaumstoffwert von zum Beispiel 40/55 eine unterschiedliche Elastizität. So wird ein Maximum an Komfort erreicht.

Kaltschaum

In Verbindung mit speziellen Additiven wird gezielt ein Schaum mit geschlossenen Poren und einer unregelmäßigen Struktur hergestellt. Aufgrund der hohen Reaktivität verläuft die chemische Reaktion schnell und es wird eine homogene Härteverteilung im Schaumstoffblock erzielt. So entsteht eine besonders elastische Polymermatrix, die für die hohe Elastizität des Kaltschaums sorgt. Zur Steigerung der Komforteigenschaften fügen Qualitätshersteller nach dem Schäumprozess einen zusätzlichen Verfahrensschritt an. Dabei werden die Membranen des Kaltschaums aufgebrochen. Die dadurch entstehende offene Porenstruktur führt zu einer hohen Luftdurchlässigkeit und begünstigt damit einen schnellen Feuchtigkeitstransport. Diese Eigenschaft sorgt bei Polstern und Matratzen für ein angenehmes Klima und vermeidet einen Wärmestau. Hohe Elastizität ist das herausragende Merkmal des Kaltschaums. Messen lässt sie sich durch die Kugelrückprallelastizität, bei der eine Stahlkugel aus definierter Höhe auf einen Schaumstoffpru?fkörper fällt und die Rückprallhöhe in Prozent der Ausgangshöhe gemessen wird. Im Verwendungsbereich Matratzen wird diese Eigenschaft auch mit dem Begriff „Punktelastizität“ bezeichnet. Die Rückprall- oder Punktelastizität von Kaltschaum liegt bei >50%.

Materialwahl für Polster

Noch vor ein paar Jahren waren Bezüge aus Baumwoll-Mischgewebe der Standard der Ausstattung von Freizeitfahrzeugen. Doch Polsterstoffe aus Mikrofasern, die sehr haltbar und besonders leicht zu reinigen sind, haben sich zuerst in der Polstermöbelindustrie durchgesetzt und werden jetzt auch im Fahrzeugbau immer beliebter. Wichtig bei der Materialwahl ist, neben den eigenen Materialvorlieben auf jeden Fall die Beständigkeit der Stoffe. Im Reisemobil und Caravan werden die Materialien viel mehr strapaziert als z. B. zu Hause auf der Couch. Hauptqualitätsmerkmal ist die Scheuerzahl nach dem Martindale Test. Die Standardmethode, die Abriebfestigkeit eines Gewebes zu testen, besteht in einer speziellen Vorrichtung, die das Testgewebe mit starkem Druck gegen Wolle oder Sandpapier reibt. Der Wert gibt an, wie viel Scheuertouren der jeweilige Stoff bis zur optischen Beschädigung aushält. Je höher die Scheuerzahl, desto strapazierfähiger ist der Stoff. Ebenso wichtig ist ist die Lichtechtheit. Diese gibt an, wie „belastbar“ der Stoff gegen Ausbleichung ist. Je höher der Wert, desto widerstandsfähiger ist der Stoff. Aber einen generellen Schutz gegen das Ausbleichen gibt es jedoch nicht. Eine interessante Angabe ist auch die Weiterreißfestigkeit. Dies ist der Widerstand, den der Stoff einer zuvor eingeschnittenen textilen Fläche dem Weiterreißen entgegensetzt. Je höher der Wert umso widerstandsfähiger ist der Stoff gegen reißen. Und als weiterer Wert sollte die Pillbildung beachtet werden. Dieser gibt an, wie empfindlich der Stoff gegen „Fusselbildung“ ist.


Scheuertouren

Unter dem Begriff Scheuerbeständigkeit wird ein Wert für die Strapazierfähigkeit eines Möbelstoffes in so genannten Scheuertests ermittelt. Nach der sogenannten Martindale-Methode werden ein Teststoff und ein Gewebe aneinander gescheuert. Die Methode simuliert eine natürliche Abnutzung eines Stoffbezuges, indem ein Muster des zu testenden Stoffes mit einer vorgegebenen Gewichtsbelastung gegen einen wollenen Standardstoff gerieben wird. Die Testapparatur arbeitet mit 5.000 Intervallen. Gemessen wird die Schleißzahl (Maßzahl: Martindale) dieser sogenannten Scheuertouren, die zum Verschleiß von zwei Fäden führt. Die Scheuerbeständigkeit wird von den Herstellern dann in Scheuertouren angegeben. Der Stoff ist umso strapazierfähiger je höher die Anzahl der Touren ist.

Weiterer Text folgt

Für Inneneinrichtung kann unter ca. 3000 Stoffen und 150 verschiedene Lederarten und Farben ausgewählt werden. Für Leder kommt nur erstklassige Qualität zur Wahl, aus der Oberfläche der Tiere, die durchgefärbt, atmungsaktiv und sehr weich ist. Besprühte, oder beschichtete Leder, mit einem kühlen oder schwitzenden Effekt kommen für den Einsatz im Freizeitfahrzeug überhaupt nicht zum Einsatz. Bei Stoffen werden am meisten sogenannte Microfasern eingesetzt. Allerdings hier auch nur diese mit einem Teflonfaden ausgestattete Materialien. Diese sind dadurch lichtecht und schmutzabweisend. Flüssigkeiten z.B. Kaffee oder Rotwein ergeben einen Tropfen, dieser zieht nicht ein, perlt weg und kann mit Zewatuch abgewischt werden. Das Gleiches gilt auch für die Teppiche. Verdunklungsvorhänge, Gardinen und Raffrollos werden mit einem bestimmten Kettensystem ausgestattet, das man von zuhause kennt. Dünne sich verknüpfende Fäden werden dadurch ausgeschlossen.


Mikrofaser

Die Mikrofaser ist der feinste Faden, den die Forschung bislang entwickelt hat. Sie ist sogar noch dünner als Seide, die als der feinste natürliche Faden gilt. Die Faser weist zum Beispiel bei einer Länge von 100 Kilometern gerade einmal ein Gewicht von einem Gramm auf. Die Mikrofaser selbst ist eine Chemiefaser, die zumeist aus Polyester, Acryl, Nylon, Zellulose oder Polyamid hergestellt wird. Um die feinen Mikrofasern überhaupt nutzen zu können, werden sie zusammengefasst und zu einem Faden gezogen. Hierdurch wird eine sehr weiche Struktur geschaffen, gleichzeitig bleiben die Produkte aber nahezu formstabil. Der große Vorteil der Mikrofaser beim Bezugsstoff ist das dieser schmutzabweisend und sehr leicht zu reinigen ist. Bezüge aus Mikrofaser lassen sich ganz ohne Zusatz von Reinigungsmitteln reinigen. Lediglich die Verwendung eines Mikrofaser Tuches sowie etwas Wasser ist ausreichend, um auch groben Schmutz einfach und schnell entfernen zu können. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Mikrofaser sich sehr weich und angenehm auf der Haut anfühlt.

Weiterer Text folgt

Lassen Sie sich durch unsere erfahrenen Mitarbeiter, die sich mit den speziellen Anforderungen in Freizeitfahrzeugen auskennen, ausführlich beraten.

... oder sprechen Sie direkt telefonisch mit uns: